Viel Einsatz, aber keine Punkte: VSV verliert das 363. Kärntner Derby!

Der EC iDM Wärmepumpen VSV lieferte dem Tabellenführer aus Klagenfurt im 363. Kärntner Derby einen beherzten Kampf, musste sich am Ende jedoch erneut geschlagen geben. Trotz starker Phasen, klarer Chancen und einer überragenden Leistung von Joe Cannata im Tor blieben die Adler unbelohnt. Umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, mangelnde Effizienz und Klagenfurts Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gaben letztlich den Ausschlag zugunsten der Rotjacken.

1. Drittel

Das vierte und womöglich letzte Aufeinandertreffen zwischen den Adlern und den Rotjacken stand unter völlig gegensätzlichen Vorzeichen. Während Villach als Tabellenzehnter in die Partie ging, nahm Klagenfurt vom Spitzenplatz aus Aufstellung. Zudem setzte Blau-Weiß auf komplett neu formierte Defensivpaare: Lindner agierte an der Seite von Vallant, McPherson wurde mit Wall ergänzt, Katic spielte mit Strong, Raspotnig fungierte als siebter Verteidiger. Der VSV startete mit viel Energie und setzte sich früh in der Offensivzone fest. Bereits nach 57 Sekunden durfte man erstmals im Powerplay antreten, nachdem Maier wegen Haltens auf die Strafbank musste. Die beste Möglichkeit hatte jedoch Klagenfurt, Nickl leitete einen 2-auf-1-Konter ein, scheiterte aber aus dem Slot an Cannata. Villach wurde erst spät in der Überzahl gefährlich, Lindners Schuss von der blauen Linie landete als Rebound bei Strong, der jedoch die Scheibe neben das Tor setzte. Bei numerischer Gleichheit blieb das Spiel ausgeglichen, zwingende Abschlüsse waren zunächst Mangelware. Nach einem Turnover von Hutchison kam Maier in guter Position zum Abschluss, doch der Villacher blockte seinen eigenen Fehler wieder aus. Richtig brenzlig wurde es, als From mit Tempo in die Zone zog, zwei Verteidiger stehen ließ und aus der Drehung abschloss, Cannata parierte in höchster Not mit dem Schoner. Kurz darauf kullerte ein Herburger-Schuss entlang der Torlinie, Strong klärte rechtzeitig. Villach fand nun besser ins Spiel. Die vierte Linie sorgte für Druck, Tschurnig verpasste einen Querpass von Prodinger nur knapp. Hughes testete Dahm aus spitzem Winkel, der Puck ging jedoch über das Tor. In der Schlussphase des Drittels wurde der VSV wieder zwingender. Van Nes scheiterte nach einem Rebound an Dahm, Sablattnig klärte vor Sintschnig. Die größte Chance hatte Hutchison nach perfekter Vorarbeit von Helewka, verfehlte jedoch das leere Tor. Sekunden vor der Sirene traf van Nes noch die Stange, doch auch das anschließende Gestocher brachte keinen Treffer. Villach ging als dominantes Team mit einem 0:0-Einstand in die erste Pause.

2. Drittel

Die erste gute Möglichkeit nach Wiederbeginn hatte der KAC. Nach schlechtem Backchecking tauchte From gleich zweimal allein vor Cannata auf, doch der Villacher Schlussmann parierte beide Versuche mit der Schiene. Danach übernahm der VSV zunehmend die Kontrolle. Lindner und Hutchison prüften Dahm, der beide Schüsse entschärfen konnte. In Minute 24 jubelte Villach erstmals: Cannata leitete stark ein, Hughes setzte Helewka in Szene, der über links zum Tor zog und Dahm flach in die Ecke bezwang. Klagenfurt wirkte in dieser Phase sichtlich angeknockt und versuchte, über körperliche Präsenz zurückzukommen. Als Helewka Hochegger zum Fight aufforderte, wich der Klagenfurter jedoch zurück. Kurz darauf ortete Smetana einen Cross-Check von Helewka, Villach musste in Unterzahl agieren. In Überzahl kam der KAC nur zu einer nennenswerten Chance durch Fraser, doch Cannata blieb sicher. Auffällig war die inkonsequente Linie der Schiedsrichter: Ein klarer Stockschlag an Hutchison blieb ungeahndet. Bei Gleichzahl war Villach klar überlegen. Hughes erzwang zwei Turnovers, bediente jeweils Helewka im Slot, doch einmal verfehlte dieser die Scheibe, einmal parierte Dahm. In Minute 34 zauberten Vallant und van Nes bei einem 2-auf-1-Konter, Van Nes tanzte zwei Gegenspieler aus, scheiterte aber erneut am Torhüter. Klagenfurt blieb vor allem durch Konter gefährlich. Schwinger prüfte Cannata aus dem hohen Slot, im Gegenzug verpasste Hancock nach Querpass von Wallenta nur knapp die Führung. Kurz vor Drittelende glänzte Cannata erneut gegen From, ehe ein höchst umstrittener Call folgte: Strong erhielt nach einer Szene mit Mursak zwei Minuten, zusätzlich gab es eine Strafe wegen Schiedsrichterkritik. Mit einer knappen 1:0-Führung und vier Minuten Unterzahl ging es in den Schlussabschnitt.

3. Drittel

Villach verteidigte die Unterzahl zunächst stark, ehe man für 40 Sekunden wegen eines Helewka-Beinstellens in doppelter Unterzahl agieren musste. Prompt nutzte Klagenfurt die Gelegenheit: Unterweger schlenzte von der blauen Linie, Herburger fälschte unhaltbar ab, der Ausgleich war perfekt. Was danach folgte, war kaum zu fassen. Maxa eroberte die Scheibe, zog allein auf Dahm zu, setzte nach dem Abpraller nach und schob ein. Doch Schiedsrichter Smetana pfiff die Szene ohne erkennbare Kontrolle des Torhüters ab. Nach einem vierminütigen Video-Review blieb es bei der Entscheidung „kein Tor“ – eine höchst umstrittene, möglicherweise spielentscheidende Entscheidung. Villach ließ sich davon nicht beirren und kam wenig später zu einem Powerplay. Das Spielgerät zirkulierte gut, doch Dahm parierte stark, McPherson verfehlte das Tor. Pech kam hinzu, als Scherbak aus dem rechten Bullykreis nur die Querstange traf. Die Führung erzielte dennoch Klagenfurt. Schwinger zog seine Kreise in der Offensivzone, Mursak arbeitete sich durch, überspielte Cannata und Schwinger bugsierte den Puck über die Linie. Kurz darauf sorgte Maier mit einem Revanchefoul, Schiedsrichterkritik und wilden Gesten für gleich drei Strafen in einer Sequenz. Das anschließende Powerplay der Adler verlief zunächst zäh, doch dann packte Philipp Lindner die „Harpune“ aus: Nach Querpass von Katic zog er direkt ab und bezwang Dahm auf der Fanghandseite. Die Hoffnung währte jedoch nur kurz. 1:51 vor Schluss kombinierte sich der KAC erneut durch, Unterweger legte auf Mursak, der eiskalt zum 2:3-Endstand einschob. Ein starker Auftritt der Villacher blieb somit erneut unbelohnt.

EC iDM Wärmepumpen VSV – EC-KAC 2:3 ( 0:0 | 1:0 | 1:3)
Torschützen VSV: Helewka, Lindner (PP1)
Torschützen KAC: Herburger (PP2), Schwinger, Mursak

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